Das Konzept:

Mit allen Sinnen/ganzheitlich

Das Erleben mit allen Sinnen ist uns in unserer Zeit großteils abhanden gekommen. Für Kinder von 3 bis 6 Jahren ist die „Bohnenwanne“ DAS SINNESERLEBNIS. Entweder mit Mais, Sonnenblumen oder weißen Bohnen gefüllt können sich Kinder hier ins Fühlen, Spüren vertiefen, im wahrsten Sinne sogar eintauchen. Wir beobachten sehr oft, dass auch ältere Kinder noch Bedürfnisse zeigen „Versäumtes“ aus der Kleinkindentwicklung hier nachzuholen. Es ist in jeden Fall eine der beliebtesten Stationen auch zum Experimentieren und Begreifen von physikalischen Zusammenhängen. (Schüttexperimente nach Maria Montessori und uvm,...)

Altersdurchmischung

Die Zusammensetzung 18 Kinder und Jugendliche von 5 bis 17 Jahren ist bewusst von uns entschieden worden.

„Um ein Kind zu Erziehen, braucht es ein ganzes Dorf!“

Schon in Afrika und in fast allen Naturvölkern Erde wusste und weiß man um diese Weisheit. Auch wir sind davon überzeugt, dass die Durchmischung von Jung und Alt in der Gruppe von größter Bedeutung ist. Konflikte und andere soziale Prozesse regulieren sich oftmals
von selbst. Ganz im Sinne Maria Montessoris sind wir stille Beobachter, die sich nur mehr einbringen müssen wenn wirklich nötig. Unsere Hauptaufgabe ist das Loben, das Mitwundern und Staunen und eine dankbare Haltung vorzuleben. Auch wir dürfen als Teil des Teams mit den Kindern wachsen und lernen. 

Freiwillige, ehrenamtliche Leseomas und Opas sind jederzeit willkommen und dürfen sich gerne melden um uns zu besuchen und das Team im Sinne dieser uralten Weisheit zu unterstützen. Bitte meldet euch unter Tel. 0650 520 35 35!!!

Integration/ Migration

Dipl. Päd. Adriane Gonzalez-Nava bei der Arbeit mit einem Integrationskind

Von Integration wird viel gesprochen! Jedoch beobachten wir kritisch, dass da und dort die wahrhaftige Haltung zum erfolgreichem Integrieren fehlt.

Integration bedeutet für uns, die vollwertige Aufnahme aller benachteiligten Mitglieder in der Gesellschaft. Sie haben ein Recht Teil der Gruppe zu werden. Mit unserem Konzept schenken wir ihnen die Möglichkeit als gleichwertiges Mitglied Gruppenprozesse mitzuerleben und ihren Handlungspielraum zu entdecken, ihre Talente einzubringen.


Natürlich ist es dann und wann erforderlich, Kinder mit besonderen Bedürfnissen und/oder Sprachdefiziten „gesondert“ zu behandeln. Wir achten darauf, dass nach kurzen „Ruhe- bzw. Klärungsphasen" diese Kinder sofort wieder Teil der Gruppenaktivitäten werden. Die Basis für respektvollen und toleranten Umgang schaffen wir, indem wir die Themen z.B: Kinder mit Downsyndrom, thematisieren und Raum für ALLE schaffen voneinander zu lernen. Dipl. Päd. Adriana Gonzalez-Nava sowie unsere Kindergärtnerin Lisa Gfrerer (zur Zeit in Ausbildung zur Sonderpädagogin!) bringen die erforderlichen Qualifikationen und Erfahrungen im Umgang mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen mit.

Tiere/Hunde

Die Anwesenheit und der regelmäßige Kontakt zum Tier sind Teil unseres Konzepts. Viele Kinder haben Angst davor Tiere (Hunde, Ziegen, Pferde,....) zu berühren. Auch die Angst vor dem Hund ist nach fragwürdigen Vorfällen und entsprechend schrecklichen, hoch-gepushten Medienmeldungen gewachsen. Wir Menschen haben verlernt, mit Tieren umzugehen und Tiere wissen nicht genau wie sie Angstgefühle der Menschen verstehen sollen und reagieren darauf irritiert/gestört bzw. selbst verängstigt. Notfalls wehren sie sich. Der Hund stammt von einem Raubtier ab und es liegt an uns, mit und von ihm zu lernen.

Bei unseren Feriencamps gab es schon Babykatzen, Hasen mit ihren Jungen, die Laufenten Sissy und Franzi, Bienenstöcke und fix dabei sind unsere Bordercollies Leni und Nala. Wir sind jedes Jahr bemüht zusätzlich Tiere vorort zu organisieren denn außer Nala und unserer Hauskatze Muzmuz leben hier keine Tiere!

Nala

NALA ist ein sehr sensitiver Border Collie. Nala hat die Grundkurse der Hundeschule gemacht und mit der Gebrauchshundeprüfung erfolgreich abgeschlossen. Sie ist absolut kinderfreundlich, äußerst geduldig, lässt sich gerne anfassen, liebt stundenlanges Streicheln und hat mein vollstes Vertrauen. Auf unruhige Kinder wirkt sie beruhigend. Nala hat einen harmonisierenden Einfluss auf die Gruppendynamik. Die Kinder profitieren sehr von ihrer Anwesenheit.

Leni

LENI ist ein siebenjähriger, mittelgroßer Labrador-Border Collie-Mischling. Als Hütehund zeichnet sie sich durch ihren stark ausgeprägten "will to please" aus -    sie möchte ihren Besitzern gefallen, ihre "Herde" zusammenhalten und beschützen. Da sie mit Kindern aufgewachsen ist, liebt sie es, von ihnen umgeben zu sein, mit ihnen neue Tricks zu lernen und im Wald jeden Zapfen zu fangen, der ihr zugeworfen wird. Im Nu ist sie auch den Kindern ans Herz gewachsen und so zu einem wichtigen Mitglied der Gruppe geworden.

Kreatives

Die Kreativität liegt uns ganz besonders am Herzen! Es gibt kein nicht kreatives Kind!!!

„Mit den Stärken der Kinder und nicht gegen ihre Schwächen zu arbeiten!“

ist hier unser Motto!

Wir sind positive FORTSCHRITTBEMERKER und sehen richtig viele Fortschritte auch wenn Kinder nur eine Woche bei uns sind. Wir entdecken gemeinsam mit dem Kind sein Potential und schenken Raum Kreativität auszuleben. Bei uns wird grundsätzlich nicht vorgebastelt und "alle machen´s nach". Diese völlig missverstandene angeblich kreative Förderung unterlassen wir. Stattdessen bieten wir kreative Freiräume mit unterschiedlichen Materialangeboten zum Ausprobieren. Oftmals ist es so, dass ein Kind eine Sache beginnt und dann viele andere sich „angesteckt“    fühlen mitzumachen, es auch zu probieren. In diesem Fall entsteht ein miteinander basteln. Ältere helfen Jüngeren die es unbedingt auch haben wollen aber noch nicht alleine schaffen können. Diese Form des "nachbastelns" ist nicht zu verhindern, es ist mehr so eine Art gesunde Gruppendynamik. Dennoch regen wir dazu an, dass sie es auf ihre Art und Weise machen und freikreativ gestalten.

Wir laden immer wieder mal Fachexperten ein, die uns einmal wöchentlich besuchen um neue kreative Bastelanregungen mitzubringen. z.b.: Bienenzüchter  Leonhard Gruber oder die Kräuterpädagoginnen Andrea Schlick und Anja Jessner haben uns schon viel geboten und gemeinsam mit den Kindern tolle Dinge produziert!

Es steht den Kindern frei ob sie mitmachen wollen bzw. wie sie ihre Materialien verarbeiten möchten. Kreativität kann nur im Gefühl von Freiheit, Wille und Freude entstehen.

Montessori/Vertiefung

Ansprechendes Material lädt Kinder ein sich zu vertiefen. Kinder sind von Natur aus neugierig, wissbegierig, interessiert und wollen alles angreifen, begreifen und verstehen. Die Montessori Pädagogik hat es sich zum Grundsatz gemacht, sich nach den momentanen Bedürfnissen der Kinder zu richten. Das wichtigste ist die VORBEREITETE UND SEHR MATERIALEINLADENDE UMGEBUNG. Ist das Interesse der Kinder mal geweckt, so sind sie unermüdlich im Fragen stellen und in ihrer Experimentierfreude. Dabei unterstützen und begleiten wir sie.

Bilder

Stille/langsam werden

Das Montessori Material sowie  die  Möglichkeit sich „darin zu verlieren“, zu vertiefen sind bereits Formen des Stillwerdens. Erst in der Stille    wird das Aufnehmen/das Lernen möglich. Wer kennt es nicht? Mittags: Sie kommen nach Hause von der Schule und es geht schon los: Dampfablassen, Gereiztheit, spürbare Spannung in der Luft. In unserer schnelllebigen Zeit und dem leistungsorientierten System sind unsere Kinder oftmals überfordert. Viele Eltern haben uns schon rückgemeldet wie ausgeglichen sie ihre Kinder von uns abholen, nicht so aufgedreht, "viel ruhiger als sonst" sind Meldungen seitens zufriedener Eltern. Jeden Tag nach dem Mittagessen machen wir Stilleübungen nach Maria Montessori.
 
Beispiele für Stilleübungen sind: Das Gehen auf der Linie, Mandala malen, das Vorlesen, Traum/Phantasiereisen, Farbmeditation, meditatives Händewaschritual, Geschichten lesen,.....

Das Zentrieren und zur Ruhe kommen ist der Wichtigste Aspekt unseres Konzepts!

Männliche Vorbilder/Balance Frau und Mann

Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklungen ist die Erziehung sehr frauenlastig geworden. KindergärtnerInnen und VolksschullehrerInnen sind vorwiegend weiblich. Es gibt sehr viele alleinerziehende Mütter. Kindern von heute fehlt oft das männliche Vorbild. In unserem Konzept sind wir bemüht, das zu berücksichtigen. Jeden Freitag laden wir einen Mann ein, der mit uns und den Kindern im Wald Grillstecken schnitzt und danach gemeinsam mit uns das Würstchengrillen gestaltet. Manchmal dürfen auch Baumfällungen mit einem Forstfachmeister miterlebt werden und sind meist ein ganz besonderes Highlight im Feriencamp.

Wald und Natur

Je natürlicher die Umgebung desto natürlicher die Entwicklung. Der Wald bietet uns alles was wir brauchen. Der ideale Raum für Kinder.
Motorik, Kreativität, Individualität, Vertiefung und Ruhe, naturnahe bleibende Eindrücke und Erlebnisse, nichts kommt zu kurz. Mit ganz wenigen Grundmaterialien regen wir zum Entdecken und Forschen im Wald an.
Gemeinsam bauen wir ein Waldsofa, Tippis, durchforsten das Unterholz, lernen giftige von ungiftigen Pilzen zu unterscheiden, verkochen gefundene Eierschwammerl oder Steinpilze, balancieren über gefällte Bäume, spielen Verstecken, Fangen, Ochs´am Berg und andere lustige Gruppenspiele.

Gesunde (Natürliche) Ernährung

Unser wertvollster Schatz in der Küche ist Anna. Die gesunde Obstjause sowie Nüsse sind ideale Zwischenmahlzeiten für alle. Einmal die Woche gibt es das Lieblingsgericht aller Kinder, Spaghetti und auch mal was richtig sündig Süßes als Nachspeise. Mittwochs ist unser Fasttag. An diesem Wald- und Kräutertag kochen meist die KräuterpädagogInnen mit uns oder es gibt z.B: Suppe und leckere Butterbrote die mit Honig, Schnittlauch, Kresse oder Breitwegerichsamen bestreut werden. Auf jeden Fall ist Anna´s Essen bei den Kindern beliebt. Manche sind sogar schon zu Salatessern geworden. Freitags sind das Würstelgrillen mit Steckerlbrot und die Kuchenspenden der Eltern ein beliebter Wochenausklang.